Wenn man die Definition eines „lost place“ bei Wikipedia nachschlägt, dann findet man dort einen „vergessenen Ort“. Darum ist die Bezeichnung an dieser Stelle eigentlich so verkehrt wie nur eben möglich.

Die Fotos sind vor einigen Jahren entstanden, als wir, nach dem Tod meiner Großeltern, ihr Haus verkaufen mussten. Es stand zu diesem Zeitpunkt bereits einige Zeit leer, und wir haben versucht, es so lange wie möglich zu halten. Aber irgendwann kommt der Punkt, an dem wir einsehen mussten, das es nicht mehr geht. Denn ohne Bewohner war es ein seltsamer Ort geworden. Und die dringend nötigen Renovierungsarbeiten wären sinnlos gewesen.
Als ich das letzte Mal dort war, hatte ich meine alte Canon 350d dabei und habe die Fotos gemacht, die ich jetzt „wiedergefunden“ habe.

Warum dieser Ort für mich niemals ein lost place ist, liegt auf er Hand. Ich habe dort in meiner Jugend viele tolle Dinge erlebt, wenn ich, in den Schulfreien oder zu Feiertagen bei meinen Großeltern war. Und das ganze Haus ist so voller unglaublich vieler Erinnerungen, dass ich ganze Bücher darüber schreiben könnte. Über das Geräusch der Schiebetür zum Badezimmer oder das klacken des Schlosses der Wohnzimmertür. Oder das man auf der Treppe außen treten musste, damit es nicht knarrt. Oder, oder, oder… vergessen wird dieser Ort für mich nie sein.

Das Haus liegt übrigens in L´Hopital (Moselle)
einem Ort im Nordwesten Frankreichs, direkt an der Grenze zu Deutschland. So direkt übrigens, dass man mit einem großen Schritt aus dem Gartentor die Grenze überschreitet.

Ich habe auch im Ort ein paar Bilder gemacht, die zeige ich Euch in den kommenden Tagen mal.